Agentic AI Adoptionsindex 2026
Wie weit der deutschsprachige Mittelstand bei autonomen Agenten wirklich ist
Kernergebnis
Die Kluft zwischen Absicht und Betrieb ist größer als in jeder Technologiewelle der vergangenen fünfzehn Jahre. 84 Prozent der befragten Unternehmen betreiben Experimente mit agentischen Systemen. Nur 31 Prozent haben mindestens einen Agenten produktiv im Einsatz, und lediglich 7 Prozent räumen einem Agenten schreibende Rechte auf ein Kernsystem ein.
Der begrenzende Faktor ist in der Selbstauskunft der Befragten nicht die Modellqualität. An erster Stelle steht die Unklarheit darüber, wer die Handlungen eines Agenten verantwortet, gefolgt von fehlender Nachvollziehbarkeit einzelner Entscheidungen.
Verteilung nach Branchen
Am weitesten fortgeschritten sind Versicherungen und Logistik. Beide Branchen verfügen über stark strukturierte Vorgangsketten mit klaren Abbruchpunkten, was die Einführung erleichtert. Fertigung und öffentlicher Sektor bilden das Schlusslicht, allerdings aus unterschiedlichen Gründen: in der Fertigung dominieren Systemintegrationskosten, im öffentlichen Sektor Vergabe- und Datenschutzfragen.
Der Handel nimmt eine Sonderstellung ein. Dort finden sich die meisten produktiven Agenten überhaupt, jedoch fast ausschließlich in lesenden Rollen: Sortimentsanalyse, Wettbewerbsbeobachtung, Aufbereitung von Retourenmustern.
Methodik
Erhebungszeitraum war der 3. März bis 19. Juni 2026. Die Befragung erfolgte zweistufig: ein strukturierter Fragebogen an die IT-Leitung sowie ein vertiefendes Interview mit einem Mitglied der Geschäftsleitung. Bei Abweichungen zwischen beiden Quellen wurde die Angabe der Geschäftsleitung zur Verantwortungsfrage und die Angabe der IT-Leitung zur technischen Reifegradfrage gewertet.
Die vollständigen Datentabellen, die Branchenschnitte und der Fragebogen liegen im technischen Anhang dieses Berichts.